Ein Sticker auf dem Trägerpapier ist ein Stück bedrucktes Vinyl. Ein Sticker an der richtigen Stelle ist ein kleiner Hinterhalt: Jemand geht vorbei, liest, braucht eine Sekunde — und dann passiert etwas im Gesicht. Genau für diese Sekunde machen wir das. Hier sind acht Motive aus unserem Sortiment, jeweils an dem Ort, an den sie gehören.
1. Der sprachaktivierte Handtuchspender
Das Motiv sieht aus wie ein Hinweisschild und liest sich wie eines: „Sprachaktivierter Handtuchspender — bitte deutlich ‚Papier jetzt!' sagen." Es funktioniert, weil es genau die Sprache spricht, in der öffentliche Waschräume sowieso mit uns reden: Piktogramm, Serifenlos, gedämpftes Blau. Niemand hinterfragt ein Schild, das aussieht wie ein Schild.
Der beste Klebeort ist der klassische Falthandtuchspender in Höhe der Augen. Zweitbester Ort: der Seifenspender daneben — dann fangen die Leute an, mit dem ganzen Waschbecken zu sprechen.
2. Kleinen zeigen — an der Promenade
Das Motiv ist eine dieser Formulierungen, die vollkommen harmlos aussehen, bis man eine Sekunde länger hinguckt. Genau deshalb funktioniert es auf dem Rücken einer Person, die nichts davon weiß: Der Träger merkt nichts, alle anderen merken alles.
Wir sagen dazu nur: Das ist ein Sticker für Menschen, die sich sehr gut kennen. Bei Fremden ist es kein Scherz, sondern übergriffig — und bei Kollegen entscheidet der Ton im Team, nicht der Sticker.
3. Gratis WLAN, das keins ist
Von allen Motiven im Sortiment hat dieses die höchste Trefferquote. Ein QR-Code plus die Worte „Gratis WLAN" an einer Café-Wand ist so plausibel, dass niemand zweimal überlegt. Menschen scannen alles, was nach kostenlosem Internet aussieht — das ist keine Kritik, das ist ein Naturgesetz.
Bester Ort: Wandhöhe neben einem Tisch, dort wo sonst die Speisekarte hängt. Zweitbester: die Rückseite der eigenen Laptophülle, dann scannen die Leute im Zug.
4. Außer Betrieb — die Kaffeemaschine
Ein rotes Schild mit zwei Wörtern, mehr braucht es nicht. Der Witz entsteht nicht durch den Sticker, sondern durch den Moment davor: Man ist schon in Bewegung, hat die Tasse in der Hand, denkt an nichts — und dann steht da das.
Funktioniert an allem, was Menschen dringend brauchen: Kaffeemaschine, Aufzug, Drucker, Getränkeautomat. Nicht funktionieren tut es an Türen zu Waschräumen; da ist es kein Scherz mehr, sondern gemein.
5. Arbeitsloser des Monats
Ein rund gesetztes Behördensiegel in Rot und Weiß, das aussieht, als hätte es eine offizielle Stelle vergeben. Genau darin liegt die Qualität: Der Sticker parodiert nicht die Arbeitslosigkeit, sondern die Ernsthaftigkeit, mit der Auszeichnungen vergeben werden.
Klebeort mit der größten Wirkung ist der Laptopdeckel — und zwar der eigene. Auf dem Deckel eines Kollegen ist es ein anderer Witz, und der geht manchmal nach hinten los.
6. Das hab ich gesehen
Innen an der Kühlschranktür, in Griffhöhe zur Kuchenetage. Um 23:40 Uhr geht das Licht an, die Hand ist schon unterwegs, und dann guckt einen jemand an. Der Sticker wirkt genau einmal richtig — beim ersten Mal — und danach jedes Mal ein bisschen.
Alternative Klebeorte mit derselben Mechanik: die Keksdose, das Fach mit den guten Schokoriegeln, die Innenseite des Bürokühlschranks.
7. Dino-Reitverbot
Ein klassisches rundes Verbotsschild, roter Rand, durchgestrichenes Piktogramm — nur eben mit einem Dinosaurier. Es funktioniert, weil Verbotsschilder eine so feste Bildsprache haben, dass das Gehirn erst die Form erkennt und dann den Inhalt. Diese halbe Sekunde ist der ganze Witz.
Ideal an Pfosten, Laternen und überall dort, wo echte Schilder hängen. Auf dem Spielplatz erklärt es sich von selbst — dort steht ohnehin schon ein Dinosaurier auf einer Feder.
8. Du parkst wie ein Arschloch
Unser meistverkauftes Auto-Motiv, und das mit den meisten Rückfragen. Die häufigste ist nicht „hält der auch bei Regen", sondern „bekommt man den wieder ab" — beides beantworten wir mit ja, und beides steht ausführlicher in Sticker rückstandslos entfernen.
Zum Motiv „Du parkst wie ein Arschloch"
Was diese acht gemeinsam haben
Sie behaupten alle etwas, das nicht stimmt, und tun es in der Bildsprache von etwas, dem man normalerweise glaubt: Hinweisschild, Verbotsschild, Behördensiegel, Strafzettel, WLAN-Hinweis. Das ist der ganze Trick. Ein Spruch, der aussieht wie ein Spruch, wird als Spruch gelesen. Einer, der aussieht wie eine Information, wird geglaubt — und erst danach verstanden.
Der beste Ort für einen Sticker ist der, an dem niemand mit einem Witz rechnet.